Oktober 2025
Über Puerto Maldonado nach Tacna zur Grenze nach Chile.
Habe den Plan über den Abra Laccopata zu fahren noch nicht ganz aufgegeben. Bin beim letzten Mal einige Kilometer davor an einer Flußquerung gescheitert – hüfttief, die Brücke eingebrochen.
War schon ziemlich oft in der Provinz Cusco, viele bemerkenswerte Orte. Die Interoceanica 34B über Macusani wird es aber zum ersten Mal. Ist eine Fernverbindung von der Atlantikküste in Brasilien zum Pazifik in Peru, der Teil quer durch Brasilien ist die Transamazonica. Genug viele LKWs auf dem Weg, hatte ich daher bisher ausgeschlossen. Es geht auf fast 5.000 Höhenmeter hoch.
Übernächtigung in Macusani, 4.300 m. Auf dem Weg dorthin wieder einmal ein Erlebnis, das ich gerne missen möchte:
Die Africa Twin macht Probleme „Drehzahlschwankungen im Sekundentakt“.
Führe es auf die – bereits bekannten – Probleme in der Höhe zurück. Stimmt mich trotzdem ein wenig nachdenklich.
Nach den ersten beiden Jahren meiner Reisen mit extremer Höhenkrankheit hatte ich seit vielen Jahren überhaupt keine Probleme mehr mit der Höhe, hatte sich von selber erledigt. Dieses Mal, leider, etwas ganz viel anders: Kopfschmerzen, Herzklopfen, Übelkeit, Atembeschwerden … volles Programm. Abendessen und Frühstück fallen aus. Zum Glück Hotel mit sehr netter Besitzer und … Zimmer mit Radiator. Es ist empfindlich kalt, die Probleme mit der Höhe tun ihr übriges dazu. Ich bin etwas viel angeschlagen, müde, die Rückenprobleme vom Sturz auf die Klomuschel. Denke, das sind die wesentlichen Gründe für die Höhenkrankheit, neben der Höhe natürlich.
Der Abra Laccopata fällt für diese Tour leider endgültig aus. Nicht nur meinem angeschlagenen Gesamtzustand geschuldet, es hat die letzten Tage geschneit, der Weg wird mich am nächsten Tag auf 4.900m führen, da liegt Schnee sogar auf der asphaltierten Straße. Die 5.300m über den Abra Laccopata, schlechte Schotterstraße und Flussquerungen, sind mit Sicherheit nicht machbar, schon gar nicht mit der bockigen Africa Twin. Auch mein ortskundiger Hotelbesitzer, der selber viele Touren in der Gegend macht, meint, dass es nicht geht.
Next stop: Puno am Lago Titicaca. Vorbei an La Rinconada, der weltweit höchstgelegenen Stadt auf 5.100 Meter, Bergbaustadt, und das nicht von Großkonzernen, sondern von Glückrittern. Es bleibt bei „vorbei“, nehme den Abzweiger nicht in Anspruch.
Meide normalerweise Juliaca und Puno – dieses Mal: Volles Programm und werde nicht enttäuscht. Besonders Juliaca ist für mich „Keine Stadt zum Ankommen“. Mit Puno schließe ich – etwas – Frieden, weil das Hotel, in dem ich nächtige, eine wirkliche Oase ist, mit tollem Blick auf den Lago Titicaca.
Bin erst letzten April abseits von beiden Städten in Richtung Pazifik gefahren, wähle jetzt eine Alternative, in die ich noch nicht gekommen bin, über Candarave, und: Sehr sehenswert!
Unspektakulärer Aufenthalt in Tacna, problemloser Grenzübertritt nach Arica.
Rückblickend war die gesamte Fahrt von Puerto Maldonado, Macusani, Candarve, … eine sehr schöne Abwechslung. Auch wenn die gesundheitlichen Mängel in der Höhe voll zugeschlagen haben und an der Physis und Psyche zehren. Einige Strecken bleiben auch noch für die Zukunft übrig …
Die Africa Twin hat nach den „Manderln“ der letzten Tage überraschend gut funktioniert, sollte sich aber bald zum Schlechteren ändern.
Direktere Route in Richtung Süden. Einige Abstecher in die abgelegeneren Wege, weg von der Ruta 5 in Richtung Pazifik, müssen es aber dann doch sein.
Über Copiapo, weiter zum Paso San Francisco, Fiambala, Chilecito. An der Laguna Verde wurde eine kleine „Zeltstadt“ aufgebaut. Guides warten auf Bergsteiger-Touristen, das Ziel: Der Vulkan Ojos de Salado, der höchste Vulkan der Welt, knapp 7.000 Meter.
Unterhalte mich mit einem der Bergführer. Die Zelte sind für die Kunden vorbereitet. Er organisiert in regelmäßgen Zeitabständen Essen, Wasser, … in Fiambala. Saison ist Dezember bis April. Dauer der „Expedition“: 10 Tage. Die Ersten kommen in einer Woche. Aklimatisation, Kennenlernen der Umgebung, Aufstieg zum Ojos de Salado. Die Bergsteiger aus allen Teilen der Welt reisen mit dem Flieger an und werden mit Kleinbussen zum San Francisco gebracht.
No comment.
Die Africa Twin bockt jetzt nur mehr herum. Versuche es in einer kleinen Werkstatt in Chilecito, mit mäßigem Erfolg. Die letzten 500 Kilometer nach San Juan sind eine Lotterie, gewinne zwar nichts, komme aber an. Daniel, der Honda Mechaniker, ist kurz vor seiner Tour zur Carretera Austral, Ushuaia. Er nimmt sich noch schnell dem Fall an. Diagnose (übrigens auch meine Vermutung):
Benzinpumpe, und was so dazu gehört.
Neue Pumpe: Ist nicht.
Wir suchen in der Stadt nach verschiedenen Ersatzteilen. Werden fündig mit einer Benzinpumpe für eine Yamaha – Nix Original, Nachbau. Da lassen sich aber einige Bauteile verwerten. Mit Erfolg, der Motor läuft wieder rund. Mit Nito eine Probefahrt nach Barreal und zurück. Nehme einen Benzinkanister mit gutem Stoff mit, der Versuch soll ein nachvollziehbares Ergebnis zeigen. Geschwindigkeit im High-end Bereich, Benzinverbrauch auch: 10 Liter auf 100 Kilometer.
Und: Fährt!

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