Spitze Steine! Gomeria?

 Die Route: 1. – 22. April 2015

Nach dem Frühstück fahre ich Richtung San Juan, Mendoza lasse ich links liegen. Zu Beginn Asphalt, nach 20 Kilometer Schotter, 80kmh sind möglich und ich komme gut voran. Erste Fotos von freilebenden Tieren – Vikunjas. Das Display der BMW leuchtet rot – zu wenig Luft im hinteren Reifen! Halte an und ziemlich schnell ist die ganze Luft draußen. Ein zwei Zentimeter langer Schnitt im Reifen, und das im Nowhere. Die Steine auf der Straße sind äußerst scharfkantig, einer hat den Gummi voll durchgeschnitten. Werkzeug auspacken. Nach circa 15 Minuten kommt ein Auto vorbei, der Fahrer bleibt stehen, er ist aus Buenos Aires und möchte zu einer nahegelegenen Sternwarte. Während wir reden geht er zu seinem Auto, öffnet den Kofferraum, holt eine Kalabasse, Bombilla und eine Thermoskanne heraus, dann gibt es Mate.

Wir trinken gemütlich Mate und erzählen uns unsere Geschichten, ein weiteres Auto bleibt stehen und wir trinken alle gemeinsam Mate Tee, ganz beschaulich. Nach einer Stunde sind wir soweit, ich checke den Riss und verstopfe ihn mit zwei Reparaturstreifen, bin gespannt ob das hält?! Mein Helfer holt mittlerweile aus dem Kofferraum eine Luftpumpe. Wir pumpen den Reifen auf und – er hält! Herzliche Verabschiedung und weiter, mein Helfer bleibt dabei circa zehn Kilometer lang hinter mir. Die Anzeige am Display verrät, dass doch ganz langsam Luft austritt. Zeige mit dem Daumen, dass alles soweit passt und mein Helfer biegt zu der Sternwarte am Horizont ab. Ich muss alle 30 Kilometer Luft einpumpen und fahre so 150 Kilometer bis ich im nächsten Ort eine „Reifenwerkstätte“ = („Gomeria“ in Argentinien, Bolivien, aber „Vulcanisation“ in Chile) entdecke. Die Gomeria ist eine sehr einfache Werkstätte, die Nachfrage ist aufgrund der schlechten Straßen, aber auch der Reifen, sehr hoch. So gibt es zum Beispiel bei Tankstellen keine Luftpumpen, sondern man fährt zur Gomeria. Der Riss wird „vulkanisiert“ und von innen mit einem Fahrradkleber und Fleck dicht gemacht – 2,50 Euro. Das Rad muss ich selber aus- und einbauen, Werkzeug haben sie nicht wirklich. Ich fahre weiter, aber verliere weiterhin Luft. Immer wieder nachpumpen, nach 200 Kilometer erreiche ich San Juan, tanken fällig und wieder zu einer Gomeria. Die Klebestelle hat sich gelöst, neuer Fleck. Diese Reparatur hält bis der Reifen fast vollständig abgefahren ist!!! Das sind noch ca. 8.000 Kilometer.

Bisschen „Parlare“ mit den Einheimischen, finde ein sehr schönes Hotel in der Stadt. Der Bankomat gibt Geld ohne Probleme aus. Abendessen und zurück, beim Einfahren in die Garage drei Biker, die auch im Hotel einchecken, Handzeichen zum Gruß und ab ins Zimmer. Skype mit Sigrid, GPS Planung für morgen und hundemüde ins Bett.

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