Tiefer Sand, Swiss is calling

 Die Route: 1. – 22. April 2015

Von Tinogasta nach Cafayate

Der Ruta 40 entlang, Asphalt, bis zu einem „Abzweiger“ in Santa Maria del Yocavil, quer über den Fluss. Ein Mopedfahrer macht es mir vor, tiefer Sand im Flussbett, das Moped reißt es hin und her, der Fahrer stützt sich auf allen Seiten mit den Beinen – das wird mit den 350 Kilogramm plus mir interessant! Die ersten 100 Meter gehen ganz gut, dann wird der Sand so tief, dass die Reifen bis zur Hälfte einsinken – erster Sturz. Versuche das Bike samt Gepäck aufzustellen, keine Chance. Ein junger Mopedfahrer kommt ähnlich wie der erste von der anderen Seite, bleibt stehen, Parlare gemacht und er hilft mir das Bike aufzustellen. Jetzt: Umdrehen und aus dem tiefen Sand retour. Der Bursch unterstützt mich – mental – voll, danach: Das Gewand ist voll durchgeschwitzt. Er fährt vor um zu einer Brücke zu kommen. Grüßt seine Freunde auf der Straße mit gefälligen Handzeichen und geleitet mich durch die „Stadt“. Weiter Offroad, mir begegnen die ersten Wildpferde in Südamerika und ein Autobus – auf meiner Seite.

Durch Weingärten nach Cafayate, eine „Weinstadt“, der bescheidene Wohlstand ist in erster Linie auf den Anbau von Weintrauben und das Keltern von Wein aufgebaut. Suche das Hostal Andino, das ich am Vortag über Internet gebucht habe. Ein junges Pärchen an einer Ecke wird angequatscht. Sie sind aus Frankreich und wohnen seit vier Monaten in Cafayate in einen kleinen „Zimmer“ mit direktem Eingang von der Straße – das „Zimmer“ ist so groß, dass gerade zwei Matratzen Platz finden und in einem ziemlich „ruinösen Zustand“ – sie machen einen sehr glücklichen Eindruck. Das Hostal ist in der nächsten Straße. Im Hostal Andino Cafayate angekommen finde ich eine echte Oase vor, nette Rezeptionistin – sie kommt aus Buenos Aires, studiert noch (Englisch), arbeitet in der Ferienzeit im Hotel und lernt zwischendurch, sie spricht sehr gutes Englisch und gibt gute Tipps in und um Cafayate herum – netter Pool = vielversprechend. Ich beziehe das Zimmer im ersten Stock, der Hausarbeiter beginnt den Pool „einzuwintern“, na dann doch nicht. Zum Abendessen auf dem Piazza. Ich mache einen kleinen Rundgang durch die Stadt, sehr idyllisch, nette Geschäfte, Restaurants. Den Restauranttipp der Rezeptionisten nehme ich an, ich esse eine Assieta, in dem Fall die Spezialität = Gegrillter Hase, ist dann doch etwas zäh. Dazu ein Bier, local beer, das gibt´s in ein Liter Flaschen, ok, hatte den ganzen Tag ohnehin zu wenig getrunken. Neben mir setzt sich ein junger Mann an den Tisch, wir kommen ins Reden. Er heißt Constantin und kommt aus Kanada, 32 Jahre, lebt in Ottawa, seine Mutter in Toronto, … but: You are not Canandian!? => eigentlich kommt er aus Rumänien – dachte ich mir irgendwie. Ich war vor drei Wochen in Rumänien, in Iasi – daher weiter die Frage: Woher aus Rumänien? Er wurde in Iasi geboren und ist mit seinen Eltern 1989 nach Kanada emigriert!!! Rudolf Taschner hätte seine Freude. Er ist Arzt, war verheiratet, ein Kind, jetzt wieder geschieden und fährt mit dem Fahrrad durch Argentinien – Tagesschnitt: 200km – bergauf / bergab – leider findet er niemanden der ihn begleitet… na so was aber auch (kann ich verstehen). Er war schon in Südafrika, Namibia…. Im Winter Schifahren, letzten Winter war er zwei Wochen in Sölden. Ich frage „wieso fährt man aus Kanada nach Österreich zum Schifahren“, er meint, das sind die schönsten Pisten, na wen er es sagt. Wir trinken gemeinsam das Bier, reden über unsere Erlebnisse auf dieser Reise, über Iasi, Lokale, Geschäfte – all the best! Good luck!

Die Bankomaten gegenüber geben kein Geld, an der gegenüberliegenden Seite des Plaza steht eine 20 Meter lange Schlange – ich gehe zurück in Hostal. Eine Habanas vor dem – mittlerweile abgedeckten – Pool. Skype mit Sigrid.
Resümee: Wieder ein wunderschöner Tag.

Die Schweiz meldet sich zurück

Ich bleibe zwei Tage in Cafayate, einfach zur Regeration. Geld gibt´s dann doch beim zweiten Bankomaten.
Mein Boss hat sich gemeldet, ich solle doch am Meeting in der Schweiz unbedingt dabei sein. O.k., wenn es sein soll, dann muss mir Gedanken machen „Wie!?“.
Die Fahrt von Cafayate nach Salta ist unglaublich, eine Sensation nach der anderen. So treffe ich vorerst zwei Radfahrerinnen bei Tre Cruces, parlare gemacht. Sie kommen aus der Schweiz und fahren mit dem Bus quer durch Argentinien und Bolivien, heute mit den Fahrrädern im Bus bis Tres Cruces, jetzt, bergab zurück nach Cafayate – Foto muss sein. Ein Auto hält, zwei junge Burschen steigen aus: „Könnt ihr ein Foto machen?“ Können sie, die beiden sind … richtig: Schweizer und seit drei Monaten mit einem Mietauto quer durch Argentinien unterwegs. Sie kommen aus Ushuaia und möchten noch bis in den Norden an die Bolivianische Grenze. Den nördlichen Teil von Argentinien finden sie schöner, es gibt mehr „sehenswürdige“ Stätten als im Süden. Der Süden ist auch von der Landschaft Europa sehr ähnlich. No comments!

Salta:
Hotel Aybal, Nähe Flughafen, da könnte ich eventuell in zwei Wochen Station machen und in die Schweiz fliegen. Die Rezeptionisten spricht ausschließlich spanisch, auch empathisch ist es mir nicht möglich durchzudringen, die Formalitäten beim Einchecken gestalten sich sehr schwierig. Sigrid ist bei meinen Eltern, sie und Philipp haben den Fernseher an den Computer angeschlossen und wir Skypen quer über den Globus, Pa und Mutter sind sprachlos – Ich am Pool in Argentinien, sie bei mir zu Hause und wir können uns über den Fernseher sehen. Denke das beruhigt sie doch sehr, zeigt es doch wie verbunden die Welt heute ist und bei Problemen jederzeit reagiert werden kann.
Abendessen, auf zum Piazza. Ich fahre bei KTM vorbei – kurzer Stopp, brauche ein Regengewand, meines ist am Auspuff „verglüht“. Der Eigentümer ist völlig aufgebracht, ich komme aus Österreich zu ihm ins Geschäft, er vertreibt österreichische Motorräder! Er hat wirklich eine sehr große Auswahl in der Auslage, auch gut und teuer. Salta ist ein Hauptort der Paris – Dakar. KTM hat über viele Jahre diese Competition angeführt, daher ist die Marke hier sehr bekannt. Es gibt als Draufgabe eine Kappe und eine feste (Männer-) Umarmung. Essen am Plaza und zurück ins Hotel.
Telefon mit Yevheniy, er soll doch schon mal Flüge von Salta nach Zürich und zurück für den 22.4.2015 checken.

Sitze über der Planung für des nächsten Highlights – Abra del Acay! Cuesta del Obispo! Das Offline GPS nimmt das problemlos – Gute Nacht.

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