Schweiz und Nicht-Schweiz

 Die Route: 20. – 23. April 2015

Für 23. April muss ich einen Rückflug in die Schweiz einplanen. Ist o.k., plane gleich drei Tage in Wien mit ein, so sehe ich Sigrid bald wieder. Skype ist schon ein gutes Kommunikationsmittel, persönlich ist es aber doch viel besser. Mit Yevheniy bin ich am Abklären: Flug von Salta oder Jujuy – wir einigen uns auf Jujuy. Das ist bereits nächste Woche, ich möchte daher schon vorab eine Bleibe für das Bike suchen. Im Hotel Gaia kennt die Rezeptionistin ihre Kollegin in einem Hotel in San Salvador, kurzer Anruf – alles passt, morgen im Hotel El Posada in Jujuy. Gepflegtes Frühstück unter den Bäumen, kurze Fahrt nach Jujuy – Sehr nettes Hotel! Buche fix die Flüge in die Schweiz und weiter nach Wien. Sigrid wird versuchen meine zweite Impfung, welche für 20.4. planmäßig vorgesehen ist, zu organisieren. Finde auch sehr easy die Ordination der Zahnärztin, nächste Gasse! Werde sie vor meinem Abflug nächste Woche aufsuchen, die Giftfüllung entfernen und den nächsten Schritt zu machen. Mit dem Hotel kläre ich die nächsten Termine ab: Abflug – eine Nächtigung vorher, Gepäck kann ich im Hotel abstellen. Rückkehr am 1.5.2015. Unweit ist ein Spital und frage mit meinem Rezeptdeckel nach der Tollwutimpfung, sie haben keine hier und finden heraus, dass es in einem anderen diese Impfung gibt. Das GPS findet den Weg ganz easy. Ich gehe hinein, frage nach, Unverständnis … es war der falsche Eingang. Der Portier geht mit mir zum richtigen Bereich, über den Hintereingang. Es ist Mittagpause. Trotzdem nimmt sich eine Krankenschwester an und ich erkläre ihr meinen Fall. Sie ist sehr überrascht, dass ich einfach so mit dem Medikamentendeckel zu Ihnen komme. Jetzt machen wir erst die Formalitäten und einen Impfplan. Keine zehn Minuten später habe ich meinen Plan und die zweite Impfung. Bezahlen? Ist kostenlos. Jetzt noch ein Parkplatz für die BMW. Das Hotel hat keinen Parkplatz, sie haben einen Vertrag mit einer Estacionamiento fünf Minuten vom Hotel. Ich stelle für die Nacht das Bike dort ab – nicht besetzt. Spaziergang durch Jujuy, nettes Abendessen – Steak mit Pommes, what else! – Gute Nacht. Nettes Frühstück, hole mein Motorrad vom Parkplatz, der ist jetzt besetzt. Ich rede mit dem Parkplatzwächter – in der Einheimischen Sprache natürlich … mit dem Offline Übersetzer! Ich kann die BMW dort sicher abstellen, kostet 50,-€. Damit ist alles geklärt. Zurück zum Hotel, packen, nächstes Ziel Laguna de los Pozuelos, Naturschutzgebiet mit Flamingos. Immer wieder sprechen mich Leute auf der Straße an, so auch hier: Ein Argentinier erzählt mir über sein Leben, was er alles so gemacht und erlebt hat, wo er schon überall war und wie schön es in Jujuy ist. Er gibt mir seine Emailadresse, ich soll ihm unbedingt schreiben, wenn ich wieder hier bin, er möchte mir die Schönheiten von Jujuy zeigen … Thermalbäder, Lagunen, … Umgebung von Jujuy.

Vorbei an Tilcara, Humahuaca nach Abra Pampa. Suche eine Tankstelle, die erste hat Mittagspause, die zweite ist ebenfalls geschlossen, warte etwas. Gegenüber ist ein Hotel mit einer „Schweizer Fahne“. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass hier bereits einige der Reisenden abgestiegen sind und vergeblich Schweizer Ursprünge gesucht haben – ich glaub es ist einfach ein weißes Kreuz auf rotem Grund als Zeichen für das Hotel, ganz ohne Schweizer Hintergrund. Getankt, weiter nach Lagunas de los Pozuelos. Die Reifen sind für das Gelände absolut ungeeignet, bin etwas spät dran und fahre an der Lagune vorbei, möchte nach Rinconada – wird als relativ bedeutender Ort in der GPS Karte gezeigt. Weiter in die Berge und dann ein kleines Nest. Zwei Arbeiter mauern an einem Steinhaus, der Hund ist ziemlich aggressiv: Hostal??? Municipale! Die Señora hat den Schlüssel. Ich sehe etwas weiter vorne das Municipale, stelle das Bike ab und warte. Nach einigen Minuten kommt die Señora mit dem Schlüssel, Der „Schlafsaal“ hat sechs Betten => nehme ich! Kostet knapp 10.- €. Dusche über dem Hof … eine kleine Überraschung. Zuerst füllt man einen Kübel mit Wasser, erhitzt den Kübel mit einem „Tauchsieder“, letztendlich öffnet man das Ventil und: Die Dusche läuft! … Restaurant: Gibt es nicht! Ok. Packe meinen Kocher, die Spagetti und die Tomatensauce aus. Später kommt noch ein Pärchen mit einem Auto, auch sie bleiben in der Herberge. Es sind deutsche Touristen, sie hat ein Buch über „Deutsche Einwanderer in Südamerika“ geschrieben, nicht die nach 1945. Wir reden über meine Pläne und Nicht-Sprachkenntnisse. Er meint sie hätten es leichter, da sie jederzeit alles erfragen könnten. Ich frage ihn nach einem Geschäft, er zeigt, dass es nach der Auskunft der Señora einige Häuser weiter eines geben sollte – Na gut, ich kann zwar kein Wort spanisch, weiß jetzt aber auch wo es etwas zu kaufen gibt – passt! Kaufe für das Frühstück Brot und Käse, sowie Fischkonserven.
Gute Nacht! Statt Strom => Taschenlampe. Es wird ziemlich kalt, ich benütze drei Decken und meinen Hüttenschlafsack. Am Morgen wird geduscht… Frühstück, kurz durch den Ort, kein Internet, aber: Bankomat!!! Mitten in der Einöde. Heute möchte ich die Flamingos ansehen, fahre zurück zu Lagunas de Los  Pozuelos, Die Lagune ist in einem sehr flachen Gelände, je näher ich herankomme umso sumpfiger wird der Untergrund. Mach einige Bilder aus der Ferne von den Flamingos, hoffe ich finde noch bessere Gelegenheiten. Zurück nach Abra Pampa, heute möchte ich nach Bolivien, einen ersten Eindruck von dem Land und den Gegebenheiten erfahren. In La Quiaca zur Tankstelle und über die Grenze, ist nicht einfach zu finden, eine ziemliche Irrfahrt durch die Stadt. Die Grenzkontrolle ist nach circa 45 Minuten problemlos erledigt, fahre durch Villazon Richtung Norden. Geschäftiges Treiben in Villazon, ich bemerke einen riesigen Unterschied gleich zu Beginn zwischen Argentinien und Bolivien – fast ausschließlich Indianer und als solche traditionell gekleidet. Halt beim Bankomat und: Es gibt Bolivianos! In Cafayate habe ich eine Landkarte von Bolivien gekauft, ist eher eine Skizze des Landes, aber ich beschließe vorerst nach Tarija zu fahren, die größte südlichste Stadt in Bolivien. Nach circa 40 Kilometer gut asphaltierter Straße der Abzweiger nach „Tarija“, die Straße dient als Verkehrsstraße, immer wieder Lastwagen am Weg, ist aber ein besserer Feldweg, nicht mehr und nicht weniger. Ich fotografiere am Straßenrand einen Vater mit seiner Tochter, Hund und Pferd, die gesamte Szene ist für mich unglaublich – eine andere Welt! Weiter Richtung Tarija, die Sonne steht schon tief und es ist noch ziemlich weit. Endlich in Ischayachi ein Wegschild nach Tarija, ich frage den Einheimischen, ob das der richtige Weg nach Tarija ist: „Si“! Das sollten um circa 35 Kilometer sein, der Weg ist außerordentlich fordernd, tiefer Schotter, ganze Ladungen von Sand wurden auf der Straße für Ausbesserungsarbeiten abgekippt, jeder Meter ist eine Herausforderung  … zweieinhalb Stunden später – endlich Lichter im Tal; Tarija. Es dauert noch eine halbe Stunde, dann bin ich im Tal, nach weiteren 25 Kilometern im Zentrum von Tarija. Ich werde später erfahren, dass es nur 15 Kilometer weiter eine neue, super ausgebaute Strecke mit Tunnel gibt, Fahrzeit circa 30 Minuten …

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