Traum und Realität

Die Route: Teil 1        Die Route: Teil 2 – Dezember 2016

In der Früh noch eine Katzendusche im Hotel Oberland in Mallasa, mit den letzten Wasserreserven. Herzliche Verabschiedung, mit dem Versprechen zurück zu kommen. Ich muss meine Treibstofftanks auffüllen. Etwas außerhalb von La Paz ist eine Tankstelle. Die beiden Tankwartinnen wollen mir nicht wirklich Sprit geben, es bedarf einiger Überredungskunst. Am Weg sehe ich das Symbol einer Bürgerwehr – Eine Puppe an einem Strommast aufgehängt! Die Strecke führt teilweise über ungewöhnlich steile Gebirgsstraßen. Am Fuße des Illimani beeindruckende Landschaften und Bilder. Der Weg wird immer ausgesetzter und anspruchsvoller, starker Wind, Sturm tun das Übrige dazu. Das Navi zeigt 100 Straßenkilometer bis zur nächsten Ortschaft, die Luftstrecke ist gerade Mal 17 Kilometer!

In Araca sollte es eine Nächtigungsmöglichkeit geben, es ist mittlerweile später Nachmittag. Am Plaza treffe ich eine Gruppe Männer, sie wissen keine „Habitacion“ in der Umgebung!? Bis Caxata, dem Ende der Bergstrecke, sind es ihrer Beschreibung nach noch vier Stunden, da komme ich bis tief in die Nacht. „Auf´s Gas drücken und Kilometer machen“ ist angesagt. Die Landschaft lässt das einfach nicht zu, atemberaubende Gletscher am Cerro Gigante, der Sonnenuntergang bringt die Farben der Berge ungewöhnlich zur Geltung. Ein weiterer Pass, einzigartige Auffahrt, das Navi zeigt 5.125 Meter Seehöhe – Wow! Bei der Abfahrt wieder ein Gletscher, das ablaufende Wasser rinnt in breiten Bächen die Straße runter. Kurz angehalten, allen Mut zusammennehmen, das Wasser ist tief, die Straße ausgewaschen, die Strömung zerrt an den Rädern, es ist eine ziemliche lange Strecke. Die Sonne steht schon sehr tief, ich komme letzten Endes gut durch. Am Wegesrand eine aufgelassene Industrieruine, es wird dunkel. Die letzten zwei Stunden muss ich bei vollständiger Dunkelheit über die Berge und Schotterstraßen, ehe ich bei Caxata auf Asphalt und auf die Einfahrtstraße nach Oruro komme.

Hotel finde ich schnell, Parken im Lagerraum, Abendessen nebenan – Asado. Ich bin schon etwas ausgelaugt, physisch UND psychisch und werde einige ruhige Tage einlegen – Cochabamba sollte sich dafür gut eignen. Am nächsten Morgen zur Tankstelle, um zu tanken soll ich eine „Placa“ vorzeigen – ich habe keine „Placa“, weiß auch nicht wo ich sie herbekommen soll. An einer Tankstelle etwas außerhalb von Oruro ist der Tankwart so verständnisvoll, dass er mir den Tank und den Kanister vollfüllt. Über die Berge fahre ich in Richtung Cochabamba, im Apart Hotel Regina finde ich eine sehr nette Bleibe, das „Zimmer“ geht über zwei Etagen und ist sehr geräumig. Nette Cafeterias, Restaurants, Märkte, Parks zum Rasten, … zwei Tage Erholung pur! Das Auftanken ist wieder eine Irrfahrt, an drei Tankstellen bekomme ich keinen Sprit, bei der vierten erklärt mir die Tankwartin, dass sie das Benzin nicht in den Tank, sondern nur in den Benzinkanister füllen kann! Kein Problem, ich fülle den Inhalt um und schon bin ich wieder „liquid“. Trotzdem gibt mir die Situation zum Nachdenken. Zurück nach Oruro, Tank auffüllen ist wieder gefragt, an der Tankstelle bei der ich bei der Hinfahrt getankt habe, ist ein anderer Tankwart und ich bekomme heute nichts. Nächster Versuch in Oruro: No possible! Bei der Dritten spricht mich ein Autofahrer an, er ist begeisterter Biker und fährt auch eine BMW, ich erzähle von meinem Problem bei den Tankstellen – er erklärt dem Tankwart was zu tun ist und: Endlich wieder ein volles Fass! Ziel ist der Salar de Uyuni, dieses Mal am nördlichen Ende – in Tahua.

Die Straße ist durchgehend asphaltiert und ich komme rasch voran. Kurz vor Tahua hält mich ein Motorradfahrer an der Straße an, er ist mit einer Beifahrerin unterwegs und ersucht mich seine Begleiterin in die nächste Stadt, Salinas de Garci Mendoza, mitnehmen. Ist ok für mich, am Ende des Weges war meine Beifahrerin sichtlich froh, dass es vorbei war – sie hat sich während der Fahrt verkrampft am Motorrad festgehalten, denke es war dann doch etwas zu schnell für sie … Nach Tahua sind es nur einige Kilometer, über die Schotterstraße erreiche ich den Ort am Fuße des Vulkans Tunupa. Abendstimmung, tolle Fotos vom Vulkan. Im Hotel Tayka del Sal finde ich eine sehr luxuriöse Unterkunft – auch nicht ganz billig! Im Hotel treffe ich einen Niederländer, der mit Fahrer unterwegs ist. Er selber lebt auf den Falklandinseln, reist die Hälfte des Jahres, die andere Hälfte arbeitet er für ein Tourismusunternehmen, das einen Segelbootcharter betreibt – vom Süden Argentiniens in die Antarktis und nach Südafrika, Dauer: Zwei Monate. Am Smartphone hat er sehr nette Fotos und Videos, seine Haselblatt hat den Geist aufgegeben – trotzdem trägt er sie stolz herum ?! Nettes Abendessen. Am nächsten Tag besuche ich die umliegenden Dörfer, besonders einer Anhöhe, mit einem Zugang zu einer Grabstätte aus der Inkazeit mit Mumien, gilt mein Interesse. Ein Guide begleitet mich zur Grabstätte, in der die Familie offensichtlich gelebt hat – Feuermale an Decke und Wänden sind Zeugen dafür – und dann vor 800 Jahren hier begraben  wurde. Durch das spezielle Klima, die Höhe, Kälte, Luftfeuchtigkeit, Salzgehalt der Luft wurden die Körper auf natürlich Weise mumifiziert.

Am Salar de Uyuni: Für mich einer der schönsten Plätze die ich kenne. Ich bleibe einige Stunden und lasse das Weiß, die Sonne, die Ruhe auf mich wirken, Habanos inclusive. Wenn die Sonne tiefer steht wird es spürbar kühler und Wind frischt auf, am späten Nachmittag richtig stürmisch, zu kalt um auf der sonst sehr netten Terrasse zu sitzen. Abendessen am offenen Kamin, Gäste aus verschiedenen Nationen. Am nächsten Morgen bin ich der Letzte im Hotel, eigentlich habe ich keinen wirklichen Plan und fahre einfach über den Salar. Vorbei an der Isla Incahuasi, weiter Richtung Süden, einmal quer durch den Salar de Uyuni. Die Oberfläche verändert sich und wird vollkommen glatt, nicht das übliche Vieleckmuster wie gewohnt. Gleichzeitig werden aber auch Stellen im Salz sichtbar, die nicht tragfähig sind, sondern in denen ich wie im Sand einsinke. GPS auf den Ausfahrtspunkt und einfach drauf los fahren. Am Rand des Salzsees wird der Untergrund immer tiefer und ich komme nur sehr langsam voran, bin froh, als ich in Chuvica ankomme. Über San Pedro de Quemes Richtung chilenische Grenze, vorbei an Chiguana. Hier hatte ich vor zwei Jahren eine Odyssee, heute finde ich den richtigen Weg, die Lagungenroute kommt mir in den Sinn. Vor zwei Jahren war das die abenteuerlichste, aber auch beeindruckendste Strecke, die ich im wahrsten Sinne des Wortes „bewältigt“ hatte. Wähle die andere Einfahrt, hoffe, dass es diesmal einfacher ist … die Hoffnung stirbt zuletzt. Im Los Flamencos Eco Hotel sind alle Zimmer belegt. Ich beschließe einfach so lange wie möglich weiter zu fahren – We will see! Die Piste ist auch diesmal voll fordernd, bis jetzt konnte ich Stürze vermeiden, bis jetzt! Mittlerweile schaffe ich das Aufstellen schon ohne die Koffer und den Benzinkanister abzubauen – ist etwas kraftraubend, besonders in der Höhe (4.200 Meter). Tiefer Sand und steile Streckenabschnitte wechseln ab, das Navi funktioniert perfekt, komme überall richtig durch. Bevor es dunkel wird erreiche ich das Hotel Tayka Desierto, ein Luxushotel mitten in der Wüste. Wollte schon im letzten Jahr hier nächtigen, Frederic´s Hotel ist wie das Tayka Partner der „Boutique Hotels“, einer Hotelvereinigung in Bolivien, trotzdem konnte er kein Zimmer reservieren, alle Zimmer waren monatelang ausgebucht. Mehr aus Jux und Tollerei frage ich bei der Rezeption und: Zimmer frei! Das Letzte! Sehr schöne Zimmer, super Abendessen, hier treffe ich auch Etliche aus dem Hotel in Tahua, auch den Niederländer – von den Falkland Inseln. Viel mehr freue ich mich die Fahrer der Gruppen wieder zu treffen, die sind wirklich nett und wir unterhalten uns alle zusammen bestens. Benzin wäre auch ganz gut, je nachdem welche Strecke ich wähle sind es doch noch 500 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle. Die Fahrer sammeln zehn Liter vom Super und damit ist auch das Problem gelöst – Vielen Dank den Fahrern, die sich wirklich für mich interessiert und eingesetzt haben!!! Der Himmel ist voller Sterne, ich schaue einige Zeit in den hellen Himmel, draußen ist es mittlerweile bitterkalt, ich bin froh nicht im Zelt schlafen zu müssen. An der Eingangstür Sticker von Gästen des Hotels: „Das grüne Herz Österreichs – Steiermark“, „I love Joe Far Tours“. Auf mein Email an „Joe Far Tours“ bekomme ich umgehend eine sehr nette Antwort aus Österreich.
Im Hotel sitzen Gäste im Eingangsbereich – mit Sauerstoffmaske! Vor allem ältere, japanische Personen, die für einige Tage „Urlaub“ am Altoplano machen, sind davon betroffen. Sie werden ohne viele Vorbereitungen vom Flughafen mit 4×4 Fahrzeugen auf das Altoplano gebracht, mit Folgen, die durch die Seehöhe auf 4.600 Meter bedingt sind. Einige Gäste werden mit der Sauerstoffflasche schlafen gehen!!!???

In der Früh starte ich wieder spät, die Piste ist nach wie vor äußerst anspruchsvoll, tiefer Sand. Bis zum Arbol de Piedra sind es nur 40 Kilometer, ich brauche zwei Stunden, meist „stapfe“ ich mit den Füssen seitlich mit um Stürze zu vermeiden, sinke immer wieder tief ein … Beim Arbol de Piedra, dem „Stone tree“ bin ich dann vollkommen allein! Normalerweise ist der Platz übervölkert, ich nehme mir Zeit zum Fotografieren, Martin Leonhardt hat hier sein tolles Nachtfoto des Stone tree, mit ihm und dem Motorrad gemacht – für mich eines der besten Fotos eines Motorradfahrers überhaupt. Ein Nachtfoto bei minus 20 Grad aus der Not, dass tagsüber zu viele Touristen sind und ein schönes Bild damit unmöglich gemacht wird
Siehe Website: http://freiheitenwelt.de
– heute habe ich alle Zeit der Welt. Ich bleibe zwei Stunden und bin auch in dieser Zeit vollkommen allein! Ein einmaliges Erlebnis. Das Foto von Martin stelle ich als Tagesfoto nach – ist natürlich wesentlich einfacher, amateurhafter und keinesfalls so beeindruckend, aber: Immerhin, menschenleerer Platz und ruhig! Somit eine gewisse Einmaligkeit. Bis zur Laguna Colorada sind es 30 Kilometer, die Piste bleibt anspruchsvoll. Beim Hostal an der Laguna Colorada treffe ich Johannes, er ist aus Deutschland und hat ein Praxisjahr in Kolumbien hinter sich, seit sechs Monaten mit dem Fahrrad nach Süden unterwegs, er möchte nach Ushuaia – wieder einer. Er ist am Schlauch flicken, sein Begleiter, ein US Amerikaner, ist bereits weiter vorne. Gestern Nacht hat er mit einigen anderen unweit vom Arbol de Piedra in einem verfallenen Haus genächtigt. Einige Kilometer weiter treffe ich seinen Begleiter, er ist seit zwei Jahren unterwegs – Wie lange noch? So lange das Geld reicht!
Es ist Zeit für die nächste Routenentscheidung – nach Osten über Quetena Chico, Tupiza nach Tarija oder nach Süden über San Pedro, Jujuy nach Tarija. Den Weg nach Osten bin ich schon im April gefahren, dauert drei Tage – sehr anspruchsvoll! Über den Süden bin ich am Abend in San Pedro … danach alles Asphalt.
Kurze Zusammenfassung:
Ich bin bereits ziemlich ausgelaugt, müde, selbst ein Tag Pause reicht nicht zur Regeneration. Psychisch kann ich die Eindrücke nicht mehr verarbeiten, selbst einzigartigen Landschaften kann ich nur mehr wenig abgewinnen. Mein Gewand sitzt etwas weit, denke ich habe sieben Kilogramm abgenommen, die Kälte, die Höhe tun ihr Übriges dazu.
.     Ich nehme den Weg nach San Pedro!
Nach einer kurzen Anhöhe der nächste Radfahrer, halte an, der Radfahrer auch – „er“ ist gerade 1,50 Meter groß und eine Frau. Mexikanerin, 27 Jahre alt, seit sechs Monaten mit dem Rad durch Südamerika unterwegs und möchte nach … Ushuaia! Wieder einmal. Sie ist überall staubig, die letzte Nacht hat sie mit den beiden anderen Radfahrern gemeinsam in dem verfallenen Haus unweit vom Arbol de Piedra verbracht. Sie fährt am Tag 70 Kilometer und fällt jeden Tag in eine vollkommene Zufriedenheit – Because I knew what I have done! Voller Respekt und Demut verabschiede ich mich, bei den Geysiren fahre ich einfach vorbei, und das obwohl sie sehr sehenswert sind – Overflow im Kopf … Laguna Blanca, Termas de Polques, Aduana Bolivia. Beim letzten Mal habe ich den Blechcontainer einfach ignoriert und bin direkt zur Migration, der Polizist an der Grenze hat mich trotzdem passieren lassen! Geht auch jetzt ziemlich schnell, als alles fertig ist, meint er nur lapidar, dass ich eine Kopie für die Migration brauche??? Aber: Ich habe eine zweite Bescheinigung als Original mit dabei! Vor der Migration treffe ich zwei Radfahrerinnen, Engländerinnen, seit sechs Monaten unterwegs und sie wollen nach … Ushuaia! Sie sind voll super drauf, lachen, erzählen von ihrer Reise, und: Dass sie am Uturuncu waren. Rückblick: Die höchste anfahrbare Straße der Welt, 5.850 Meter, hatte ich nach drei Anläufen im April gemeistert – die beiden waren mit dem Fahrrad oben! Sie schränken ein, dass sie ab 5.000 Meter zu Fuß nach oben gegangen sind. Für mich einfach unglaublich! Voll staubig setzen sie sich auf die Räder und strampeln weiter. Sie sind bereits ziemlich weit gekommen als ich sie überhole, winken. Der Weg geht leicht bergauf, stellenweise tiefer Sand, es haut mich wieder einmal fürchterlich hin! Hieve das Bike hoch, aufsitzen und weiter, das geht bereits wie bei „Mission Impossible“ – Tom Cruise hebt mit einer Hand die Ducati hoch, schwingt sich aufs Bike und los.
Bei der Migration Beifall und Schulterklopfen von einigen Wartenden, der Polizist bei der Migration ist ein alter Bekannter – er hat mich beim letzten Mal ohne Zollpapiere ausreisen lassen und die Verzollung für mich erledigt – kurzes Händeschütteln, „Gracias“ für das letzte Mal – heute habe ich die Zweitausfertigung mit. Nach 50 Kilometer erreiche ich San Pedro de Atacama, zur Aduana: Die Einreiseformalitäten für Chile gehen schnell, mit mir kommt ein grüner Lastwagen, als Camper „verkleidet“, zum Zoll – der Hippie Trail. Ein Pärchen kommt mit den beiden Kindern zum Zoll, das jüngere Kind wurde in Mexiko geboren. Sie sind seit einigen Jahren in Amerika unterwegs, in sechs Monaten fahren sie zurück nach Deutschland. Bei der Einfahrt nach San Pedro steht am Parkplatz ein als Camper umgebauter MAN LKW – mit österreichischem Kennzeichen „SE“ Steyr! Ich halte an und lerne so Willi und Eva auf ihrer Tour um die Welt kennen. Im Hotel Rincon de Quitor ist noch ein Zimmer frei, ich bleibe zwei Tage. Besuch im MAN, Willi und Eva erzählen von ihren Reisen: Mongolei, Marokko, … Südamerika. Den gemeinsamen Urlauben mit ihren Kindern und die nächsten Pläne.
Mehr auf ihrer Website: www.reisemomente.at
Sie waren die beiden Österreicher im Hotel Oberland in La Paz, von denen mir Walter erzählt hatte. Für 2017 planen sie einen längeren Aufenthalt in Österreich, auch eine Wiedersehensparty für Freunde steht auf dem Programm. Ich genieße den Nachmittag im Camper, zwei „Besucher“ aus dem Burgenland kommen vorbei und freuen sich über das unerwartete Treffen mit weltreisenden Landsleuten.
Am nächsten Tag über den Paso de Jama nach Argentinien, kurz vor dem Pass ein bekannter LKW, Willi und Eva sind bereits früh aufgebrochen, kurzer Halt und die Vereinbarung sich in Zukunft wieder zu treffen – eventuell in Österreich?! An der Grenzstation sind viele Reisende, es geht trotzdem recht rasch – Susques, Salinas Grande, Purmamarca, es beginnt zu regnen, einer der wenigen Gelegenheiten für das Regengewand. Das Hotel El Posada in Jujuy ist wieder eine Oase der Erholung.

Am nächsten Tag Weiterreise nach Tarija, an der Grenze in Bermejo ist viel Betrieb, es dauert länger als üblich, aber problemlos – auch die Genehmigung der 180 Tage für mein Motorrad. Gegen Hunger: Grillhuhn mit Reis an der Straße, durch Tarija bis zum Hotel El Pasarela. Große Willkommensfreude bei Frederic und Familie. Martin hat nächste Woche seine Confirmation, er bereitet sich gründlich darauf vor, wir besuchen gemeinsam eine Messe. Ich lerne den Pfarrer kennen, Italiener aus Bergamo. Er war viele Jahre in La Paz und hat an sozialen Projekten mitgewirkt, auch in Tarija hat er eine Einrichtung gegründet, bei der er alkoholkranke Menschen in der Kirche aufnimmt. Sie wohnen und arbeiten drei Jahre zusammen, viele davon können ihr Leben danach selbstbestimmt wieder aufnehmen. Das „Grillhuhn mit Reis an der Straße“ habe ich nicht wirklich gut vertragen … Die nächsten Tage verbringe ich mit Gepäck und Motorrad checken, reinigen, Vorbereitungen für die nächste Tour, Versicherung, Postversand. Mit den Dekeysers fahre ich zum privaten „Heurigen“  Casa Vieja  nach Valle de Concepcion, eine wunderbare Location, tolles Essen, sehr gute Weine aus der Gegend. Cafeterias, Einkaufen am Markt, … die Zeit verfliegt. Das Motorrad bekommt wieder den angestammten Platz in der Halle der nahe gelegenen Baufirma. Problemlose Rückflüge.

Nach zweieinhalb Monaten on Tour – im Rückblick:

  • Es war das erste Mal ohne Zeitlimits – das „andere Reisen“.
  • Die teilweise Wiederholung der Route hat sich als völlig richtig erwiesen. Bei den bisherigen Reisen habe ich aus Zeitgründen wesentliche Ziele ausgelassen oder bin in einiger Entfernung daran vorbei gefahren.
  • Der Süden Südamerikas ist ohne Zweifel einmalig und sehenswert, aus verschiedenen Gründen plane ich es jedoch mit einer separaten Reise mit Flugzeug und Mietwagen.
  • Bereits nach zwei Monaten reisen ist „der Kopf voll“, neue Eindrücke kann ich nur mehr sehr eingeschränkt aufnehmen.
  • Die Kondition und Kraft erhöhen sich zusehends.
  • Ich verliere in zweieinhalb Monaten reisen sieben Kilogramm Gewicht.
  • Sowohl die physischen als auch psychischen Belastungen sind gleich hoch einzuschätzen und zehren an den Ressourcen.

Kommentar (1)

  1. Bruno Züger

    Lieber Toni, wieder einmal habe ich beim Lesen die Zeit vergessen. Selbst wenn die physische und psychische Belastung gross ist, wirkst du auf keinem deiner Bilder so als wäre es eine Anstrengung. Man sieht dir die grosse Zufriedenheit an. Ich freue mich für dich. Ich bin gespannt auf die weiteren Beiträge!!
    Mit besten Grüssen
    Bruno

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